Konsequenzen für das Individuum

YouTube, Facebook, Twitter – all diese Apps haben heutzutage einen grossen Einfluss auf uns. Wir brauchen sie täglich und durch Algorithmen wird uns immer nur das angezeigt, was wir sehen wollen. Algorithmen kennen unsere Interessen, um immer die besten Inhalte anzuzeigen. Doch wie werden wir dadurch beeinflusst?

Abhängigkeit

Eine der grössten Folgen, die Algorithmen in den sozialen Netzwerken für Personen haben können, ist es, abhängig zu werden. Soziale Netzwerke werden immer mehr in unseren Alltag integriert und immer mehr Leute, vor allem Jugendliche, leiden unter Handy- oder Computersucht. Die Zahl der Abhängigen ist in den letzten Jahren enorm angestiegen. Dies liegt zum Teil daran, dass die Haupteinnahmequelle von sozialen Netzwerken Werbung ist. Deswegen ziehlen viele soziale Netzwerke darauf ab, die Nutzer so lange wie möglich auf der Plattform zu halten, damit sie mehr Werbung schalten können. Um eine möglichst hohe Nutzungszeit zu erreichen, braucht man Algorithmen. Durch diese wird den Nutzern immer genau das angezeigt, was sie spannend finden. Das Problem ist, dass die Beiträge endlos lange vorgeschlagen werden, was in einigen Fällen zu Sucht führen kann.

( klaus-grawe-institut.ch, Lia Frei; M. Sc. Psychologin, 5.9.2018)

Abb.1 ( wie-funktionierts.com, 2018, Handysucht)

Psychische Gesundheit

Abhängigkeit ist nur eine der Konsequenzen, die der Gesundheit schadet und von Algorithmen ausgelöst werden kann. Wenn man immer wieder dieselben Posts sieht, fängt man nach einer Weile an, diese Dinge als normal aufzufassen, was schwere mentale Folgen haben kann. Man beginnt sich immer wieder mit Personen zu vergleichen, die etwas haben, was einem selbst fehlt. Egal ob es Aussehen, Geld oder anderes ist, man fängt an unrealistische Erwartungen an sich selbst und an sein eigenes Leben zu haben. Dann zeigen die Algorithmen nur noch die Sachen, mit denen man sich vergleicht und blenden anderes aus. Auch wenn uns bewusst ist, dass die Beiträge meist gefälscht sind oder bearbeitet wurden, bleiben sie in unserem Unterbewusstsein und haben Folgen. Eine englische Studie zeigt auf, dass über zwei Stunden Internetnutzung am Tag nicht nur das Selbstbewusstsein gefährden, sondern auch Selbstmordgedanken fördern kann. Jedoch ist diese Studie nicht representativ, da die Teilnehmerzahl zu klein war. Trotzdem sollte sie als Warnung aufgefasst werden. (klaus-grave-institut.ch, 3.9.2018)

( klaus-grawe-institut.ch, Lia Frei; M. Sc. Psychologin, 5.9.2018)

Abb.2 ( Freepik, 2019, psychische Gesundheit)

Wahrnehmung der Wahrheit

Die meisten Algorithmen verstehen das Konzept der Wahrheit nicht. Ob das Gesehene nun wahr ist oder nicht, kann meist nicht festgestellt werden. Es wird nur das angezeigt, was bei den Nutzern am meisten Aufsehen erregt. Dies verzerrt die Wahrheit, da man nur eine Seite eines Themas zu Gesicht bekommt. Es werden immer Inhalte empfohlen, die ähnlich sind zu denen, bei welchen man zuvor Interesse gezeigt hat und so wird es schwerer eine andere Meinung bilden zu können. Für Ersteller von Fake News ist dies ein grosser Vorteil, da sie sich, in gewissen Communities, schneller verbreiten können. Nachrichten von hoher Wichtigkeit werden in jenen Bubbles seltener angezeigt und durch die Fake News ersetzt. All dies macht es sehr schwer, wahr von falsch zu unterscheiden und sich eine eigene, auf korrekten Fakten basierende, Meinung zu einem Thema bilden zu können.

( webcare.plus, Autor unbekannt, 14.3.2019)

Abb.3 ( leakblast.com, 2021, Fake News)

Cybermobbing

Da vor allem Beiträge gezeigt werden, die viel Aufmerksamkeit bekommen, kann Cybermobbing durch Algorithmen unterstützt werden. Durch das hohe Interesse von Nutzern an solchen Beiträgen, werden sie sehr schnell verbreitet und einer grossen Anzahl von Personen vorgeschlagen. So wird jede Person, die mit diesen Beiträgen interagiert, passiv zu einem Mobber, da sie die Verbreitung unterstützt. Für die Leute, die unter Cybermobbing leben müssen, ist es schwer, davon weg zu kommen, da man sich nicht vom Internet trennen kann. So ist Cybermobbing heutzutage eine grosse Gefahr.

( webcare.plus, Autor unbekannt, 14.3.2019)

Abb.4 ( hanisauland.de, 6.2020, Cybermobbing)